Immer mehr Bibliotheken setzen auf immersive und interaktive Umgebungen, um Wissen, Kultur und Lernen für alle zugänglich zu machen. Die Bibliothek in Le Bélieu im Osten Frankreichs ist hierfür ein perfektes Beispiel.
Als erste Bibliothek in Frankreich wurde hier ein multisensorischer Raum integriert: eine immersive und interaktive Umgebung mit der interaktiven SHX-Technologie von Qinera, die Licht, Ton, Projektionen und vibroakustische Stimulation kombiniert, um beruhigende oder anregende Sinneserlebnisse zu schaffen. Dieser Raum ist so konzipiert, dass er für alle zugänglich ist – Kinder, Jugendliche, ältere Menschen und Menschen mit kognitiven oder körperlichen Beeinträchtigungen. Der Raum erweitert das kulturelle Erlebnis der Bibliothek, indem er neue Wege des Zugangs jenseits des traditionellen Lesens eröffnet; über die Sinne, emotionale Beteiligung und Verbindung.
Die Bibliothek ist somit nicht mehr nur ein Ort der Beratung und Stille, sondern wird zu einem Raum, der Menschen dabei unterstützt, sich in ihrem eigenen Tempo und entsprechend ihren Bedürfnissen mit Wissen auseinanderzusetzen. Darüber hinaus steht der Raum der Gemeinschaft offen: Medizinisch-soziale Zentren, Fachleute und Familien können ihn für sensorische Stimulation und Workshops nutzen, wodurch die Rolle der Bibliothek als gemeinsamer öffentliche Fläche gestärkt wird.

Wie prägt die Gestaltung einer Bibliothek den kulturellen Zugang für Besucherinnen und Besucher?
Die Umgebung spielt eine wichtige Rolle dabei, wie Menschen mit Kultur umgehen. Stellen Sie sich einen Raum vor, der durch strikte Stille, Anspannung und eine kalte Atmosphäre geprägt ist – Bedingungen, die für manche die Konzentration fördern, es anderen jedoch erschweren, sich zu entspannen, sich zu fokussieren oder sich willkommen zu fühlen. Dies wirft eine wichtige Frage auf: Wie können Bibliotheken unterschiedliche Arten des Umgangs mit Kultur unterstützen, ohne ihre Identität zu verlieren?
Die Integration eines multisensorischen Raums in eine Bibliothek bedeutet nicht, ihre Identität zu verändern, sondern sie zu erweitern: durch die Einbeziehung von Erfahrungen, die die Beziehung zu kulturellen Inhalten vorbereiten, begleiten und bereichern.
Nicht jeder greift auf Wissen durch traditionelles Lesen zu, noch mit dem gleichen Maß an Aufmerksamkeit oder sensorischer Toleranz. Denken wir zum Beispiel an eine Person mit Autismus. Für sie kann eine herkömmliche Bibliothek eine Herausforderung sein: Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, Umweltreize zu filtern und die Aufmerksamkeit über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten. Ein multisensorischer Raum innerhalb der Bibliothek bietet eine kontrollierte, vorhersehbare und anpassungsfähige Umgebung, in der sich die Person selbst regulieren, sicher fühlen und sich auf den Zugang zu anderen kulturellen Aktivitäten innerhalb desselben Zentrums vorbereiten kann.

Welche Elemente sind im multisensorischen Raum von Le Bélieu enthalten?
Die Pubertät ist eine Phase, die von emotionaler Intensität, schulischem Druck und ständigen Veränderungen geprägt ist. Viele Schüler haben Schwierigkeiten, Orte zu finden, an denen sie Stress bewältigen, sich erholen und sicher fühlen können.

Der multisensorische Raum in Le Bélieu integriert die SHX-Technologie von Qinera. Dieses System ermöglicht die zeitgleiche Synchronisation aller Elemente im Raum – vibroakustische Stimulation, Projektionen, Beleuchtung, Ton und andere sensorische Effekte – und schafft so immersive Sinneserlebnisse, die reale Umgebungen wie einen Wald, das Meer oder andere Schauplätze nachbilden können. Diese Szenarien können an unterschiedliche Momente, Aktivitäten und individuelle Bedürfnisse angepasst werden.
Einer der wichtigsten Vorteile dieser Technologie liegt darin, wie Menschen mit dem Raum interagieren können. Verschiedene Steuerungssysteme – wie Button 1, Button 6 und interaktive Würfel – ermöglichen es den Nutzern, entsprechend ihrer eigenen Zugangsweise mit der Umgebung zu interagieren. Mit diesen Steuergeräten können Nutzer die Farbe oder Intensität der Wassersäule und der Lichtfaserstränge verändern, sensorische Szenen auslösen, spielerisch lernen oder einfache Spiele mit anderen sensorischen Elementen wie ultraviolettem Licht erstellen.
Diese Interaktionsmöglichkeit gibt den Benutzern ein Gefühl der Selbstbestimmung und Kontrolle über den Raum und verwandelt sie von passiven Beobachtern in aktive Teilnehmer. Außerdem eröffnet sie neue kulturelle Möglichkeiten: Geschichtenerzählen durch Projektionen, spielerische Lernerfahrungen und Momente der Ruhe und Erkundung, die auf die Menschen reagieren, die den Raum nutzen.
Vorteile der Integration multisensorischer Räume in einer Bibliothek
- Eine andere und immersive Art des Lernens
In einem multisensorischen Raum findet das Lernen durch Erfahrungen statt, bei denen die Nutzer aktiv mit der Umgebung interagieren – mit ihren Farben, Klängen, Projektionen und sensorischen Elementen. Dies regt Neugier, Entdeckungslust und Beteiligung an und ermöglicht es den Menschen, auf eine Weise zu lernen, die über das traditionelle Lesen oder Zuhören hinausgeht. - Menschen auf das Lesen, Lernen und Mitmachen vorbereiten
Durch die Reduzierung sensorischer Überlastung und die Schaffung einer ruhigeren Atmosphäre helfen multisensorische Umgebungen den Menschen, sich besser zu konzentrieren, aufmerksam zu sein und sich leichter auf Lese- und Lernaktivitäten einzulassen. - Aktivierung, wenn Engagement und Energie gefragt sind
Über die Ruhe hinaus können multisensorische Räume auch die Sinne aktivieren, wenn mehr Energie benötigt wird. Licht, Klang, Bewegung und Interaktion tragen dazu bei, Motivation und Engagement zu wecken und unterstützen so das Lernen und die Teilnahme auf dynamischere Weise. - Geschichtenerzählen durch audiovisuelle Inhalte
Der multisensorische Raum verwandelt das Geschichtenerzählen in eine immersive und interaktive Aktivität. Die Geschichten werden durch Projektionen erzählt, und während sich die Erzählung entfaltet, ändern sich die Farben, Geräusche, Vibrationen und verschiedenen Elemente des Raumes synchron zu dem, was gerade geschieht. Mit einfachen Controllern können die Nutzer direkt mit der Geschichte interagieren, um sie voranzutreiben, sodass Kinder sich aktiv mit dem Raum auseinandersetzen und ihr Verständnis, ihre Vorstellungskraft und ihre emotionale Verbindung stärken können. - Für unterschiedliche Nutzer und Bedürfnisse konzipiert
Der multisensorische Raum ist so konzipiert, dass er sich an unterschiedliche Nutzer, Altersgruppen und Situationen anpassen lässt. Die SHX-Technologie von Qinera umfasst eine Bibliothek mit Inhalten, die von Therapeuten und Fachleuten erstellt wurden, und ermöglicht das Hinzufügen neuer Inhalte, sodass jede Erfahrung auf spezifische Bedürfnisse zugeschnitten werden kann.

- Für Babys und Kleinkinder bietet der Raum eine sichere und anregende Umgebung für sensorische Erkundungen und frühkindliche Entwicklung. Durch Licht, Geräusche und einfache Interaktionen können Kinder Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge erkunden, ihr sensorisches Bewusstsein schärfen, ihre Neugier wecken und auf natürliche, spielerische Weise eine Verbindung zu Geschichten und Lernen aufbauen.
- Für Menschen mit Autismus oder kognitiven Beeinträchtigungen bietet der multisensorische Raum eine vorhersehbare, anpassungsfähige und kontrollierbare Umgebung, die sich sicher und nicht überwältigend anfühlt.
- Für Jugendliche, Studenten und Erwachsene kann der Raum auch als Ort der Regulierung, des Stressabbaus und für Gruppenaktivitäten dienen. Er bietet eine unterstützende Umgebung, um abzuschalten, Stress abzubauen oder an gemeinsamen Erfahrungen teilzunehmen.
- Für Familien bietet er einen Raum, um gemeinsam wertvolle Zeit zu verbringen, sich mit Geschichten zu beschäftigen, sensorische Erkundungen zu unternehmen und Momente der Ruhe ohne Druck oder strenge Regeln zu genießen.
- Für Fachleute und andere Zentren kann der Raum auch für geführte Sitzungen, Workshops und Gruppenaktivitäten genutzt werden, wodurch die Rolle der Bibliothek als kulturelle und gemeinschaftliche Ressource erweitert wird.
Auf dem Weg zu menschlicheren und inklusiveren Bibliotheken
Le Bélieu zeigt, dass es möglich ist, kulturelle Räume zu innovieren, ohne dabei ihre Essenz zu verlieren. Durch die Integration eines multisensorischen Raums hat die Bibliothek ein Modell geschaffen, das in anderen Bibliotheken und Institutionen repliziert werden kann und gleichzeitig mehr Menschen den Zugang zu Kultur ermöglicht, an ihr teilhaben zu lassen und sie auf eine Weise erleben zu lassen, die einladender ist und ihren eigenen Bedürfnissen entspricht.
Durch die Kombination von Projektionen, Audio, Vibroakustik, Licht, Bewegung und Interaktion ermöglichen diese Räume den Kindern, das Gelernte zu sehen, zu hören, zu berühren und zu fühlen – wodurch selbst die abstraktesten Themen leichter zu verstehen und zu merken sind.
Quelle
THE MULTISENSORY BLOG by Qinera