Im Dezember 2025 wurde der Digitalpakt 2.0 beschlossen. Hierbei handelt es sich um ein Programm von Bund und Ländern. Insgesamt sollen bis 2030 fünf Milliarden Euro in die digitale Modernisierung von Schulen fließen. Das Programm baut auf das Vorgängerprogramm „Digitalpakt Schule“ (2019-2024) auf, wobei der Verwaltungsaufwand für Länder und kommunale Schulträger reduziert und Bürokratie abgebaut wurde. So soll die Beantragung für Schulen einfacher ausfallen, als bisher. Zum Beispiel können kommunale Schulträger pauschale Zuweisungen erhalten oder auch länderübergreifende Vorhaben gefördert werden.

Der Digitalpakt 2.0 konzentriert sich auf 3 Handlungssträge, die ineinandergreifen:
- Weiterentwicklung der digitalen Infrastruktur
- Schul- und Unterrichtsentwicklung
- Digitales Lehren und Lernen
Durch den ersten Digitalpakt konnte eine grundlegende, digitale Bildungsinfrastruktur geschaffen werden. Das Nachfolgeprogramm soll nun einen ganzheitlichen Ansatz bieten:

- Förderung von Bildungssoftware und Strukturen für professionellen technischen Support
- pauschalierte Zuweisungen für landesinterne Umsetzungsverfahren
- Ausstattung von „bedürftigen Kindern“ mit digitalen Endgeräten
- Selbstadaptive, KI-gestützte Vertretungskonzepte
- eine anwendungsorientiere Lehrkräfteausbildung
- digitalisierungsbezogene Schul- und Unterrichtsentwicklung
Nach wie vor ist die digitale Infrastruktur in Deutschland nicht umfassend oder gerecht umgesetzt. Schulen in einem benachteiligten Umfeld sehen noch großen Verbesserungsbedarf. Auch bei den Lehrkräften fehlt es teilweise an Medienkompetenz, um digitale Lernangebote regelmäßig im Unterricht anbieten zu können.
Multisensorische Räume – Jetzt erst recht
Beim Thema digitale Infrastruktur steht häufig der technische Aspekt im Vordergrund:
Wir brauchen besseres Internet
Lehrinhalte müssen digital zur Verfügung gestellt werden
die Schüler und Schülerinnen müssen lernen mit KI umzugehen
usw.
Wo aber bleibt die Teilhabe und die Inklusion?

Schon lange wird von Inklusion und Teilhabe auch im Bildungsbereich gesprochen. Förderschulen werden immer mehr abgebaut, sodass sich Kinder mit den verschiedensten Voraussetzungen einen Klassenraum teilen. In der Schule steht hingegen die Leistungsgesellschaft im Vordergrund. Wir möchten unsere Kinder für das Berufsleben in einer digitalen Welt vorbereiten. Wollen wir da nicht jede Schülerin und jeden Schüler mitnehmen und begleiten?
Ein multisensorischer Raum als sicheres Lernzimmer
Mit einem multisensorischen Raum erhalten Schulen, Kitas oder auch Werkstätten eine außergewöhnliche Möglichkeit Unterrichtsinhalte anders darzustellen und zu vermitteln. Sowohl in Einzelsettings als auch in der Gruppe können Inhalte erlebbar gemacht werden. Die Elemente gehen weit über ein klassisches Klassenzimmer hinaus. Technische, visuelle, auditive und haptische Komponenten lassen sich gezielt kombinieren, sodass Lernprozesse auf mehreren Wahrnehmungsebenen gleichzeitig angesprochen werden. Interaktive Projektionsflächen, steuerbare Lichtsysteme, Klanglandschaften, digitale Steuerpulte oder taktile Module eröffnen neue didaktische Zugänge und ermöglichen eine adaptive Gestaltung von Lernumgebungen. Dadurch können abstrakte Inhalte konkret erfahrbar gemacht und individuelle Lernvoraussetzungen besser berücksichtigt werden.
Im Kontext des Digitalpakts 2.0 gewinnen multisensorische Räume zusätzlich an Relevanz, da sie digitale Infrastruktur nicht isoliert einsetzen, sondern sinnvoll in pädagogische Konzepte integrieren. Sie fungieren als sicheres Lernzimmer, in dem technologische Innovationen kontrolliert, barrierearm und datenschutzkonform genutzt werden können. Gerade für Kinder und Jugendliche mit besonderen Förderbedarfen, mit erhöhtem Unterstützungsaufwand oder in inklusiven Settings bieten solche Räume geschützte Rahmenbedingungen, um sich angstfrei, konzentriert und selbstbestimmt mit Lerninhalten auseinanderzusetzen.
Darüber hinaus fördern multisensorische Lernumgebungen soziale Kompetenzen, da kooperative Aufgabenformate, gemeinsames Erleben und reflektierender Austausch bewusst eingeplant werden können. Gleichzeitig lassen sich Phasen der Entspannung, der Selbstregulation und der gezielten Reizreduktion integrieren, was insbesondere im Ganztag oder in herausfordernden Lernkontexten einen wichtigen Ausgleich schafft. Auf diese Weise entsteht ein pädagogischer Mehrwert, der weit über reine Technikbeschaffung hinausgeht.
Multisensorische Räume verbinden somit die Ziele des Digitalpakts 2.0 mit modernen bildungswissenschaftlichen Erkenntnissen:
Sie stärken Medienkompetenz, Individualisierung und Teilhabe, während sie gleichzeitig Sicherheit, Struktur und pädagogische Verantwortung in den Mittelpunkt stellen. Als flexibles Lernsetting tragen sie dazu bei, Bildungseinrichtungen zukunftsfähig auszurichten und digitale Transformation nachhaltig und lernwirksam umzusetzen. Sie bieten:
- Bequeme Sitz- und Liegeflächen
- Vibroakustische Elemente
- Lichtelemente
- Digitale Ansteuerungs– und Steuerungselemente
- Großflächige Projektionsflächen
- Taktile Materialien und haptische Erlebnisobjekte
- Sensorische Module zur Wahrnehmungs– und Konzentrationsförderung
- Touchpanels oder Tablets zur nutzerfreundlichen Bedienung
- Mobile Module zur flexiblen Raumgestaltung
- Software zur didaktischen Szenen- und Ablaufsteuerung
- Barrierefreie Bedienelemente für inklusive Nutzung

Vorteile des multisensorischen Raums in einer Bildungseinrichtung
In Bildungseinrichtungen ermöglichen multisensorische Räume die Erkundung abstrakter Konzepte – wie Jahreszeiten oder Kontinente – durch immersive Projektionen, Klänge, Texturen und Lichtspiele. Perfekt für alle Arten von Lernzentren, da sie komplexe Inhalte anschaulich, emotional zugänglich und nachhaltig erfahrbar machen. Lernende können Zusammenhänge nicht nur kognitiv erfassen, sondern aktiv erleben, wodurch Verständnis, Motivation und Erinnerung deutlich gestärkt werden. Gleichzeitig unterstützen diese Lernumgebungen differenzierte didaktische Ansätze, fördern Inklusion und schaffen einen geschützten Rahmen, in dem individuelles sowie gemeinschaftliches Lernen gleichermaßen möglich ist.
